Ausgaben für Naturschutz sind in sechs Jahren um die Hälfte gestiegen, für Schutz vor Wildschäden sogar auf das Dreifache. Insgesamt 1,8 Milliarden Euro investieren Jägerinnen und Jäger jährlich. DJV hat soziodemografische Daten erhoben und mit 2016 verglichen: Die Jagd wird jünger und weiblicher.

(Berlin, 15. Juli 2022) Jägerinnen und Jäger investieren deutlich mehr Geld für Biotoppflege und Artenschutz aus eigener Tasche als noch vor sechs Jahren. Der Betrag ist um mehr als die Hälfte gestiegen auf jetzt 130 Millionen Euro pro Jahr. Nahezu verdreifacht, auf knapp 327 Millionen Euro, haben sich die Ausgaben für die Prävention von Wildschäden in Wald und Feld. Insgesamt geben die über 403.000 Jägerinnen und Jäger in Deutschland pro Jahr 1,8 Milliarden Euro aus. Diese repräsentativen Ergebnisse hat das Marktforschungsinstitut GMS Dr. Jung GmbH im Auftrag des Deutschen Jagdverbandes (DJV) im Frühjahr 2022 ermittelt. An der Umfrage teilgenommen haben knapp 1.300 Jägerinnen und Jäger. Es ist die zweite Befragung nach 2016.

Eine Arbeitswoche pro Monat im Revier
Im Schnitt verbringt jede jagende Person über 41 Stunden pro Monat in der Natur, so ein weiteres Ergebnis der DJV-Umfrage. Davon entfallen über 25 Stunden auf die Jagd. Knapp 16 Stunden wenden Jägerinnen und Jäger auf für Arbeiten im Revier. Sie retten beispielsweise Wildtiere vor dem Mähtod, schützen Bäume vor Verbiss oder halten Hochsitze instand.

Schießtraining 3-mal jährlich ist Standard
Jäger und Jägerinnen in Deutschland nehmen den Tierschutz ernst: Sie gehen im Schnitt 3-mal jährlich auf den Schießstand oder ins Schießkino, um mit ihrer Waffe zu üben. 33 Prozent der Umfrageteilnehmer trainieren sogar mehr als 4-mal jährlich. 20 Prozent der Jägerinnen und Jäger sind 3- bis 4-mal auf dem Schießplatz und 41 Prozent 1- bis 2-mal.

Aus der Mitte der Gesellschaft ins Revier
Jägerinnen und Jäger in Deutschland kommen aus der Mitte der Gesellschaft, zeigt die DJV-Umfrage. Berufstätig sind 63 Prozent, deutlich mehr als in der Gesamtbevölkerung. Die derzeit ausgeübten Berufe werden angeführt von (Fach-) Arbeitern, Angestellten und Beamten mit 27 Prozent. Leitende Angestellte, Beamte im gehobenen Dienst machen 18 Prozent aus. Unter den Jägerinnen und Jägern Deutschlands sind zudem 10 Prozent Selbstständige, 5 Prozent Freiberufler sowie 3 Prozent Land- und Forstwirte.

Jagd wird jünger und weiblicher
Der Frauenanteil in der Jagd liegt derzeit bei 11 Prozent. Das ist ein Anstieg um mehr als die Hälfte gegenüber 2016. Das Durchschnittsalter der Jägerinnen und Jäger in Deutschland ist im selben Zeitraum um ein Jahr gesunken auf jetzt 56 Jahre.

In jedem zweiten Jägerhaushalt lebt mindestens ein Hund
Jägerinnen und Jäger sind besonders tierlieb: In 57 Prozent der Haushalte lebt mindestens ein Jagdhund als Familienmitglied. Das sind 3-mal mehr Haushalte mit Hund als im Bundesschnitt. In 39 Prozent der Jägerhaushalte lebt ein Hund, in 18 Prozent sogar mehrere. Die beliebtesten Vierbeiner sind Vorstehhunde, wie Deutsch Drahthaar mit 25 Prozent. Es folgen Teckel und Terrier (jeweils 9 Prozent), Apportierhunde und Schweißhunde (jeweils 8 Prozent), Stöberhunde (7 Prozent) und Bracken (6 Prozent).
1,8 Milliarden Euro geben Jägerinnen und Jäger in Deutschland pro Jahr aus.
Quelle: DJV