ASP, Sächsisches Staatsministerium und der ÖJV

Afrikanische Schweinepest – notwendige Maßnahmen zur verbesserten Einbindung
der Jägerschaft Sachsens

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Kretschmer,
sehr geehrte Frau Staatsministerin Köpping,

zunächst möchten wir uns im Namen der im Landesjagdverband Sachsen e. V. organisierten
Jägerschaft für Ihre schnelle Reaktion hinsichtlich der Systemrelevanz der Jagd bedanken.
Dies zeugt von einer Akzeptanz der zwingenden Notwendigkeit der Jagdausübung auch in
schwierigen Zeiten. Die Sächsische Jägerschaft hat hierbei sehr wohl Ihre schnelle Entscheidung gegenüber anderen Bundesländern und selbst dem Bund zur Kenntnis genommen.

Leider breitet sich parallel zur Corona-Pandemie auch die Afrikanische Schweinepest aus
Polen kommend immer weiter in Richtung sächsischer Landesgrenze aus und es ist nur eine
Frage der Zeit, wann wir in Sachsen direkt betroffen sind.
Es wurde schon viel von Seiten der Politik und Verwaltung getan, aber wir Jäger im Landesjagdverband Sachsen e. V. erwarten im Rahmen der Seuchenprävention mehr Unterstützung, um die Schwarzwildbestände zu reduzieren.
Der Verkauf von Wildfleisch bricht immer weiter ein, sodass unter anderem ein Ausgleich für
den Aufwand der Jägerschaft geschaffen werden muss.
Jagd ist nicht nur Passion und Leidenschaft, sondern auch Aufgabe und Arbeit, die gerade
hier in der Seuchenbekämpfung unabdingbar sind.

Um die Jägerschaft aktiv in die Seuchenprävention und im Falle des Ausbruchs in die Seucheneindämmung mit einzubinden ergeben sich für uns folgende Forderungen:

• Schaffung einer Abschussprämie (Pürzelprämie) analog der bayrischen Lösung für
jedes dem Veterinär gemeldete Wildschwein
• Zahlung einer Aufwandsentschädigung für Suche, Beprobung und gegebenenfalls
Entsorgung, die den tatsächlichen zeitlichen und sachlichen Aufwand (Fahrtkosten,
etc.) abdeckt
• Übernahme der Materialkosten für Desinfektionsmittel, Kleidung, Fahrzeug und Gerät
• flächendeckende Bereitstellung von Sammelbehältern zur Tierkörperbeseitigung für
alle jagdlichen Aufbrüche und Schlachtabfälle
• Unterstützung der Landwirtschaft bei der Schaffung von Bejagungsstreifen im Feld
und zum Wald
• finanzielle Unterstützung bei der Schaffung zusätzlicher jagdlicher Einrichtungen
• Aufforderung zu frühzeitigen Bewegungsjagden auf Schwarzwild, sowohl auf Staatswaldflächen als auch bei Eigenjagden und gemeinschaftlichen Jagdbezirken.
Schwerpunkt sollte die verstärkte grenznahe Jagd sein!
• Bereitstellung von Schwarzwildfängen durch das Land für den Fall des Seuchenausbruchs oder im Rahmen der Seuchenprävention und zwar für Jagdausübungsberechtigte, die dieses Mittel einsetzen wollen
• Schaffung einer App für alle Jagdausübungsberechtigten zur schnelleren, direkten Information über den Stand der ASP-Ausbreitung und zu treffenden Maßnahmen
Gemeinsam haben wir in Sachsen die Chance, die Ausbreitung der ASP einzudämmen und
zu beherrschen.


Helfen Sie uns, wir wollen an der Lösung des Problems aktiv mitwirken!
Mit freundlichen Grüßen und einem Weidmannsheil

Frank Seyring | Wilhelm Bernstein
Präsident| Vizepräsident


Parallel dazu verlieh das “Institut für Jagd Umwelt und Naturschutz GmbH Private Forschungs- und Dienstleistungseinrichtung” die Auszeichnung „Silberner DüBraZ“ den Preis für den Dümmsten Brief aller Zeiten an den ÖJV Sachsen e. V.
hier nachzulesen:

https://jagdrechtsblog.com/auszeichnung-2-jun-i-institut-vergibt-jetzt-den-silbernen-duebraz/

Veröffentlicht in Allgemeine Themen.