Stabiler Drahtzaun gegen ASP

Schon am Jahresanfang hatte Sachsen mit dem Zaunbau gegen die ASP begonnen. Es handelte sich damals um einen stromgeführten Schutzzaun, der nicht wirklich vertrauenserweckend war. Aber, das muss man nun eingestehen, er hat geholfen – auch dank der regelmäßigen Kontrolle und Instandhaltung durch die Landestalsperrenverwaltung Sachsen. Die LTV musste dabei gleichzeitig gewährleisten, dass die klassischen Hochwasserschutzmaßnahmen entlang der Neiße nicht beeinträchtigt werden, dass das Zaunmaterial möglicherweise aufschwemmt und Brückendurchlässe verstopft.  Das gestreckte Stück Schwarzwild, das positiv getestet wurde, hatte diesen Schutzzaun nicht überwunden und war sozusagen diesseits des Zaunes erlegt worden.

Mit dem ersten sächsischen ASP-Schwein wird dieser Zaun nun ersetzt durch einen 225km langen, soliden, starken Drahtzaun. In einigen Bereichen wird der alte Zaun auch zusätzlich erhalten. Etwa einen Meter hoch und am Boden im 90° Winkel abgebogen, damit ein Durchwühlen nicht möglich ist. 50 cm lange Heringe fixieren den Zaun fest am Boden, die Höhe ermöglicht Rehen und Rotwild dennoch die Passage. Rechtzeitig bestellt hat Sachsen 670.000,00 €  in diese Präventivmaßnahme investiert – Technisches Hilfswerk, Bundeswehr und weitere freiwillige Helfer montieren den Zaun. In der Restriktionszone begann die Baumaßnahme und zieht sich im Süden bis zur BAB A4, im Norden bis Bad Muskau – hier schließen die Zaubaumaßahmen von Brandenburg an. Südlich der BAB A4 wird entlang der Grenze zu Polen gezäunt.

Ehrenamtliche THW-Helfer fixieren den abgewinkelten Zaun am Boden,
um ein Durchwühlen zu verhindern.

Neben der Borkenkäferplage und Corona ist der Zaunbau der dritte große Schwerpunkt von THW und Bundeswehr in diesem Jahr – die Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und THW klappt lt. Oberst Fink, Kommandeur Landeskommando Sachsen, hervorragend. Die Bundeswehr beteiligt sich ebenfalls mit Reservisten und freiwilligen zivilen Mitarbeitern an der Fallwildsuche. Auch das sächsische Sozialministerium, in diesen Tagen schon im Krisenmanagement der Corona-Pan-

demie, will alle notwendigen Maßnahmen, ohne Abstriche, unternehmen, um der Lage Herr zu werden.

Bleibt zu hoffen, dass die nun ergriffenen Maßnahmen ein weiteres Eindringen von infizierten Sauen verhindern, auf den ersten Blick macht das Werk einen sehr soliden und verlässlichen Eindruck.

Zaunmaterial soweit das Auge reicht, 225 km sollen insgesamt gezäunt werden
Der Zugang zum Bundeswehrgelände ist nur über die Desinfektionsschleuse möglich
Gefragter, kompetenter  Gesprächspartner:  Dr. Koch vom Staatsministerium
für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt
Sozialministerin Köpping am Zaun im Gespräch mit den Bauleitern des THW,
im Vordergrund links Oberst Klaus Finck, Kommandeur Landesakommando Sachsen

P. Palmen (Text und Bild)

Veröffentlicht in Allgemeine Themen, ASP.