Forst-Jagd-Konflikt: neue Lösungsansätze notwendig

DJV veröffentlicht Broschüre mit Forderungen für einen Wildtier verträglichen Waldumbau. Praxisbeispiele zeigen, wie mit lokal angepassten Konzepten jagdliche und forstwirtschaftliche Ziele erreicht werden können. 

(Berlin, 4. September 2020) Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat jetzt die Broschüre „Lösungsansätze im Forst-Jagd-Konflikt“ veröffentlicht. Darin erläutert der Dachverband der Jäger die Ursachen von Wildschäden, deren Prävention und die Ansprüche von Paarhufern an den Lebensraum Wald. Anhand wildbiologischer Forschungsergebnisse verdeutlicht der DJV, warum eindimensionale Ansätze keine Lösung für die Wildschadensproblematik sind: Zeitlich und räumlich verstärkter Jagddruck beispielsweise würde Wildschäden eher provozieren und den Konflikt verschärfen. Neun Praxisbeispiele aus ganz Deutschland zeigen, wie Wald und Wild regional in Einklang gebracht werden.

Für den notwendigen Waldumbau sollten waldbauliche und jagdliche Maßnahmen an lokale Gegebenheiten angepasst und sinnvoll miteinander kombiniert werden. Zum Schutz junger Bäume sollten etwa Verjüngungsflächen stärker bejagt werden – wobei die Wildreduktion nicht alleinige Lösung ist. Zusätzliche forstliche Maßnahmen können etwa zum Schutz vor Konkurrenzpflanzen wie Brombeere und Adlerfarn erforderlich sein oder wenn seltene Mischbaumarten eingebracht werden. Zudem helfen Wildruhezonen, die auch von Erholungssuchenden saisonal nicht genutzt werden dürfen.

Mittels einer wildökologischen Raumplanung unter Beteiligung aller Akteure sollten lokale Konzepte erarbeitet werden, die einen Kompromiss zwischen den Nutzungsansprüchen des Menschen und den berechtigten Bedürfnissen der Wildtiere schaffen. Die 56-seitige Broschüre im A4-Format erläutert zudem aktuelle Förderprogramme, die helfen, forstwirtschaftliche und wildbiologische Aspekte in Einklang zu bringen. Bei den bestehenden staatlichen Fördermaßnahmen im Waldbau sieht der DJV allerdings Nachbesserungsbedarf.

Im Praxisteil zeigen neun Beispiele, dass jagdliche und forstwirtschaftliche Zielsetzungen kein unüberwindbarer Gegensatz sein müssen. Die Konzepte aus sechs Bundesländern verdeutlichen, wie unter verschiedenen waldbaulichen Voraussetzungen und Wildbeständen erfolgreiche Wege für Wald und Wild beschritten werden können.

Die Online-Version der Broschüre „Lösungsansätze im Forst-Jagd-Konflikt“ zum Herunterladen gibt es auf www.jagdverband.de/wald. Druckexemplare können kostenfrei zuzüglich Versandkosten bei der DJV-Service GmbH bestellt werden.

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