DJV Newsletter September #3

Liebe Jägerinnen und Jäger,

  in einer Hochrechnung auf Basis von neun Bundesländern haben wir die Schwarzwildstrecke des Jagdjahres 2019/2020 prognostiziert: 856.000 Wildschweine könnten es am Ende werden. Das wäre tatsächlich ein neuer Rekord. Mit diesem Zwischenergebnis haben wir es heute auf Seite 1 der BILD-Zeitung geschafft: ein wichtiges Zeichen in Zeiten der ASP in Deutschland.

Das DJV-Präsidium hat anlässlich seiner Klausurtagung am gestrigen Donnerstag dem parlamentarischen Staatssekretär des Bundeslandwirtschaftsministeriums Uwe Feiler einen 11-Punkte-Katalog mit Forderungen zur ASP-Bekämpfung überreicht. Die Politik soll Anreize für verstärkte Bejagung setzen und Bürokratie abbauen. Die Forderungen beinhalten etwa das unbürokratisches Anlegen von Jagdschneisen in landwirtschaftlichen Flächen, das Aufheben der Jagdruhe in Schutzgebieten oder die Nutzung von Infrarotaufhellern für Nachtzieltechnik. Den gesamten Forderungskatalog finden sie hier.

Nach aktuellem Stand wurde bereits bei sieben Wildschweinen die afrikanische Schweinepest nachgewiesen: ein Tier im Landkreis Spree-Neiße und sechs weitere im Landkreis Oder-Spree. Jetzt gilt es, jeden weiteren Fund so schnell wie möglich zu untersuchen, damit die Seuchenherde isoliert werden können. Bitte helfen Sie mit und nutzen Sie unsere Tierfund-Kataster-App, wenn Sie einen verdächtigen Wildschweinkadaver entdecken. Mehr Infos zur ASP finden Sie weiter unten in unserer neuen Rubrik “Aktuelles zur ASP”. Alle Nachrichten und Hintergrundinformationen finden Sie auch auf unserer Webseite www.jagdverband.de/asp.

Wer viele Schweine erlegt, muss sie auch vermarkten können. Diesen Punkt haben wir ebenfalls im Forderungskatalog aufgenommen. Ziel ist es, dass Sie künftig unbürokratisch die Hilfe eines lokalen Metzgers in Anspruch nehmen können, um portioniertes Wildbret zu vermarken. Sicherlich kennen Sie schon unsere Internetplattform www.wild-auf-wild.de: Etwa 4.000 Anbieter von Wildbret machen bereits mit. Sind Sie schon registriert? Damit die Einträge möglichst aktuell sind, werden wir an alle gelisteten Wildbretanbieter am kommenden Montag eine E-Mail versenden und darum bitten, die Aktualität des Angebots zu bestätigen.   

Wir wünschen Ihnen ein schönes Wochenende,
Ihre DJV-Geschäftsstelle


Aktuelles zur ASP
Am Donnerstag vergangener Woche (10. September 2020) hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) erstmalig einen ASP-Ausbruch in Deutschland bestätigt. Es ist das Nationale Referenzlabor (NRL) für ASP in Deutschland. Die betroffenen Landkreise (LK) Spree-Neiße, Oder-Spree und Dahme-Spreewald haben zwischenzeitlich verschiedenste Maßnahmen beschlossen um die Seuche einzudämmen. Sie haben unter anderem umfangreiche Tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügungen veröffentlicht. Demnach gelten ab sofort für das gefährdete Gebiet:

    Jagdverbot auf alle Tierarten,
    Ernteverbot,
    Verstärkte Kadaversuche,
    Leinenzwang,
    Betretungsverbot für die Kernzone (Wald und offene Landschaft).

Die Maßnahmen sind zeitlich und örtlich begrenzt. Sie können sich aufgrund der Dynamik, die ein ASP-Ausbruch mit sich bringt, fortlaufend ändern.

Am vergangenen Samstag (12. September 2020) hat der Bau eines Zaunes in der Kernzone um den Fundort des ersten Falls begonnen. Die Kernzone betrifft sowohl Ortsteile in den LK Spree-Neiße und Oder-Spree. Der Zaunbau war bereits am Sonntag abgeschlossen. Im Landkreis Oder-Spree wurden am 15. September vier weitere Schwarzwildkadaver gefunden und ein Wildschwein krank erlegt. Alle fünf Fälle hat das FLI positiv auf ASP getestet. Am 16. September sind erneut im LK Oder-Spree Schwarzwildkadaver entdeckt worden. Einer davon wurde bisher positiv auf ASP getestet. Insgesamt gibt es also derzeit offiziell sieben ASP-Fälle in Deutschland.

  Die Kadaversuche in der umzäunten Kernzone hat am 16. September begonnen. Ab kommenden Montag werden auch von Jägern geführte und ausgebildete Kadaverspürhunde aus Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz die Suche unterstützen. 

Weitere Infos zur ASP in Deutschland gibt es immer aktuell unter www.jagdverband.de/asp.

Aktuelle Meldungen

  Neuer Rekord: Jäger erlegen 856.000 Wildschweine
DJV legt vorläufiges Ergebnis für das Jagdjahr 2019/20 vor. Gegenüber dem Vorjahr haben Jäger 45 Prozent mehr Tiere erlegt. Jäger leisten damit einen wichtigen Beitrag zur ASP-Prävention.
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DJV verabschiedet ASP-Forderungspapier
Dachverband der Jäger warnt vor Flickenteppich von Vorschriften und Zuständigkeiten. Seuchenherd muss schnell isoliert werden. Politik soll Anreize für verstärkte Bejagung setzen und Bürokratie abbauen.
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  Neue Konzepte für Wildbret
DIL lädt ein zum Ideen-Marathon: Teilnehmer aus ganz Europa sollen die Wildbret-Vermarktung verbessern und Produkte entwickeln. Der DJV unterstützt die Online-Veranstaltung.
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Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest eingrenzen
DJV und DBV rufen gemeinsam dazu auf, verdächtige Wildschweinkadaver sofort zu melden. Behörden sollten tote Tiere schnellstmöglich sicherstellen. Die Verbände fordern Entschädigungen für Jäger und Landwirte.
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  DJV schlägt Runden Tisch zu Wald und Wild vor
Bundeslandwirtschaftsministerium soll Federführung übernehmen. Ökologie, Wildbiologie und Tierschutz sollen gestärkt werden. Verhandlungen mit DFWR zum Forst-Jagd-Konflikt sind gescheitert.
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Drückjagden in Zeiten der Corona-Pandemie
Gesellschaftsjagden sind trotz Covid-19 möglich. Aber bei der Vorbereitung und Durchführung sind Besonderheiten zu beachten. Der DJV stellt eine Übersicht der aktuellen Länderregelungen bereit.
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Kalender “Sauen 2021” mit Mondhelligkeitskalender
Staustarkes Angebot! Zu jedem neuen Kalender “Sauen 2021” mit integriertem Mondhelligkeitskalender gibt es einen DJV-Flaschenöffner „Rotte Sauen“ gratis dazu!
Zum Artikel  
Veröffentlicht in Allgemeine Themen, ASP, DJV-Landesjagdverbände, Pressemitteilungen.