APS und kein Ende

Es vergeht in letzter Zeit kein Tag, an dem das Thema „Afrikanische Schweinepest“ nicht durch die Medien geht. Ich glaube, dass es nicht eines Propheten bedarf, um die Vermutung zu äußern „Es ist nicht mehr die Frage, ob die ASP nach Deutschland oder Sachsen kommt! Es ist nur noch die Frage wann!“

Derzeit wird die größte Gefahr der Ausbreitung der ASP auch nicht mehr in den weggeworfenen Lebensmitteln gesehen, sondern es sei die direkte Ausbreitung durch die erkrankten Wildschweine selbst innerhalb ihres Lebens- oder Aktionsraums.

Brandenburg und Sachsen setzen derzeit massiv an ihren Grenzen zu Polen auf Elektrozäune als Wildschweinbarriere mit entsprechenden Duftsperren. Man fühlt sich an die Dänen erinnert, die im letzten Jahr einen mehr oder weniger massiven Zaun zur ASP-Prävention nach Deutschland gezogen haben.

Sachsen rüstete sich für den möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest mit einer großangelegten mehrtägigen Übung.  Das ganze Übungsszenario wurde vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt (SMS), zu dem auch die Lebensmittelüberwachung und die Veterinäre gehören, geführt.

Von Montag, den 02.12.2019, bis Donnerstag, den 05.12.2019, probten Behörden, Kommunen, Jäger und Landwirte an verschiedenen Orten im Freistaat den Ernstfall. Diese Großübung wurde seit dem Frühjahr des letzten Jahres vorbereitet.

Den Auftakt der Übung machte die Landesdirektion Dresden mit der Einrichtung eines Krisenstabes und der Aktivierung des Landestierseuchenbekämpfungszentrums. Dieses koordiniert im Fall eines Ausbruchs sämtliche Maßnahmen. Am zweiten Tag wurde im Thümmlitzwald (Landkreis Leipzig) das Suchen von Wildschweinkadavern geübt. Am dritten Tag ging es in Schirgiswalde-Kirschau‎ um das Aufstellen von Wildabwehrzäunen. Zum Abschluss wurde in einem Landwirtschaftsbetrieb in Langebrück die Tötung eines Bestandes von Hausschweinen simuliert.

In einem gemeinsamen Jour fixe des Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt (SMS) gemeinsam mit dem Sächsischen Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft (SMEKUL) wurden die Ergebnisse der Übung bewertet. Neben einer Vielzahl von Punkten wurde auch die Intensivierung der Jagd auf Schwarzwild verabredet.

Weiterhin wurde entschieden, dass die Erstattung der Kosten für Trichinenproben für Schwarzwild um 2 Jahre verlängert wird. Auch das Waffenrecht soll im Rahmen einer Ausnahmegenehmigung für die Nutzung von Nachtsichtvorsatz- und aufsatzgeräten für jagdliche Zwecke angepasst werden.

Die Forderung des Landesjagdverbandes Sachsen e. V. nach Abschussprämien für Schwarzwild zur nochmaligen Steigerung der Abschüsse wird von den Ministerien weiterhin abgelehnt. Die Vorgehensweise in Bayern und Brandenburg  macht diese Haltung sehr schwer nachvollziehbar.

Im Rahmen der weiteren Arbeit hat jetzt die Landesdirektion Sachsen am 24.01.2020 eine Allgemeinverfügung zum Schutz gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) erlassen. Diese Unterlage haben wir auf unserer Internetseite, wie auch weitere Informationen zur ASP, eingestellt. In diesem Zusammenhang wollen wir auch noch einmal an das Merkblatt für Jäger (siehe Erlaß zum ASP-Monitoring) erinnern. Unter dem Suchbegriff ASP sind auf der Website des Landesjagdverbandes Sachsen e. V. vielfältige Informationen abgelegt.

Mit den Übungen, Verordnungen und Informationen der Verbände und Behörden wurden viele Vorbereitungen und Maßnahmen für den Ernstfall getroffen.  Nichtsdestotrotz zeigt uns die Lebenserfahrung immer wieder, dass für den K-Fall gilt, immer wieder neue Erfahrungen zu verarbeiten und häufig auch situativ auf Vorfälle und gewonnene Erkenntnisse zu reagieren.

Mit einem Horrido und guten Wünschen

Landesjagdverband Sachsen e.V.

Links

https://www.lds.sachsen.de/bekanntmachung/?ID=16044&art_param=810

https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/232316

https://ljv-sachsen.de/wp-content/uploads/2019/08/Erlass-ASP_KSP_20.05.2019.pdf

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