Auswertung Tierfund-Kataster

Im April und Mai passieren die meisten Wildunfälle
Wissenschaftler haben 11.500 Meldungen aus dem Tierfund-Kataster ausgewertet:
Besonders risikoreich ist die Morgen- und Abenddämmerung. Rehe
machen fast die Hälfte der Meldungen aus. Kleine Säugetiere wie Feldhasen sind deutlich häufiger Verkehrsopfer als bisher angenommen.
Im April und Mai sterben die meisten Wildtiere auf deutschen Straßen, haben Wissenschaftler jetzt herausgefunden. Besonders gefährlich wird es in der Dämmerung morgens zwischen 6 und 7 Uhr und abends von 21 bis 22 Uhr. Im Jahresverlauf kommen Rehe am häufigsten unter die Räder – sie sind an fast jedem zweiten gemeldeten Unfall beteiligt (47 Prozent). Zu diesen Ergebnissen kommen Wissenschaftler, die für das bundesweite Tierfund-Kataster (www.tierfund-kataster.de) insgesamt 11.500 Datensätze aus den Jahren 2017 und 2018 ausgewertet haben.
Überraschende Erkenntnis: Kleine Säugetiere sind deutlich häufiger betroffen als bisher angenommen. Hase und Kaninchen landen mit 11 Prozent auf Platz zwei, gefolgt vom Fuchs (6,5 Prozent). Erst an vierter Stelle kommt das Wildschwein (6 Prozent) und dann der Dachs (4 Prozent). Die große Gruppe der Vögel ist mit insgesamt 5 Prozent von Wildunfällen
betroffen – darunter verschiedene Arten von Sing- und Greifvögeln ebenso wie Gänse und Enten.
Das Tierfund-Kataster gibt es seit 2011: Der Landesjagdverband
Schleswig-Holstein und die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel haben es entwickelt.
Ende 2016 hat der Deutsche Jagdverband (DJV) das Projekt auf ganz Deutschland ausgeweitet. Erstmals ist es möglich, Wildunfälle nach bundesweit einheitlichen Standards zu erfassen . Alle Naturliebhaber,
Verkehrsteilnehmer und Jäger können über die kostenlose App oder die Internetseite Tierfunde melden. Wissenschaftler können im zweiten Schritt Schwerpunkte identifizieren.
Diese können schließlich entschärft werden – für mehr Tierschutz und die Sicherheit auf den Straßen.
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