Antworten – Wahlprüfstein (6-Stück-Regel)

Anmerkung der Redaktion:

Mit Hinblick auf die kommenden Wahlen hat der Landesjagdverband Sachsen e. V. Wahlprüfsteine entwickelt und diese an die Parteien zur Beantwortung gesendet.
Folgende Parteien haben dazu Stellung genommen: AfD – SPD – Bündnis 90/Die Grünen – Die LINKE.
Die abgedruckten Texte sind den Antworten der Parteien entnommen.
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Frage:

Die gegenwärtige Regelung, 6 Stücke (weiblich) einer Wildart, auch ohne Abschussplan innerhalb einer Planperiode zu erlegen, verhindert Wanderbewegungen des Wildes und den Genaustausch zwischen verschiedenen Wildvorkommen. Werden Sie das „Trittsteinprinzip“ fördern? Werden Sie diese Regelung abschaffen? Wie stehen Sie zur Vernetzung von Lebensräumen der Schalenwildarten Rot-, Dam- und Muffelwild?

SPD

Die SPD wird insbesondere gegenüber dem Sachsenforst auf eine den wildbiologischen Grundbedürfnissen angepasste Jagd hinwirken.  So muss u.a. die Rotwildbejagung Ende Dezember abgeschlossen sein. Die Jagdzeiten auf Rotwild sind im sächsischen Jagdgesetz, im Gegensatz zum Bundesjagdgesetz, bereits von neun auf sechs Monate verkürzt. Das Rotwild ist eine sensible Tierart, die stark auf Störungen reagiert. Verwiesen sei hier auch auf ein bis 2022 laufendes Projekt des Sachsenforstes zur jagdlichen Raumplanung in vier Forstbezirken, um die Möglichkeiten einer räumlichen Lenkung zu untersuchen, u.a. durch Einrichtung von Ruhebereichen und einer differenzierten Jagdzeit.

Die Linke

In unserer Änderung zum SächsJagdG (2012) – ÄAntr DIE LINKE 09.05.2012 Drs 5/90754 (Drs abgelehnt) ist die 6-Stück-Ausnahmeregelung nicht vorgesehen und also eine solche nicht beabsichtigt. Zudem sind die Belange der verbindlich einzuführenden Hegegemeinschaften bei der Abschussplanung zu beachten.

Durch unseren Änderungsantrag zum Jagdgesetz ist beabsichtigt, dass die Hegegemeinschaft (vgl. Beantwortung Frage 1) jeweils die Möglichkeit erhält, ihre Angelegenheiten – auch in Anbetracht von Trittsteinen, Lebensraumvernetzung etc. – umfassend selbst zu regeln. Freilich sind auch und gerade hegegemeinschaftsübergreifende Wanderkorridore und Genaustauschoptionen aufrecht zu erhalten. Auch dies sollte in einer Jagdrechtsnovellierung verankert werden.

Bündnis 90 / Die Grünen

Die derzeitige Regelung, 6 Stücke (weiblich) einer Wildart, auch ohne Abschussplan innerhalb einer Planperiode zu erlegen wird von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN unterstützt und es besteht aktuell kein Grund, diese Regelung abzuschaffen. Grundsätzlich kann eine solche Regelung in größeren Abständen überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Die Lebensräume aller Wildtierarten sollten zur Ausdehnung und um den notwendigen genetischen Austausch zwischen den Populationen zu gewährleisten vernetzt sein. Trittsteine sind notwendig und zu fördern, damit die Überwindung räumlicher Barrieren, wie Straßen, durch Wildbrücken gelingt.

AFD

Die derzeitige Regelung, wonach 6 weibliche Tiere bei Rot-, Dam- und Muffelwild ohne Abschussplan erlegt werden dürfen, ist auch nach unserer Auffassung in Übereinstimmung mit der Forderung des LJV ersatzlos zu streichen. Damit wird die Wanderbewegung des Wildes und der notwendige Genaustausch gefördert.

Abschusspläne für Rot-, Dam- und Muffelwild sind generell revierweise nach Geschlecht und Altersklassen gegliedert aufzustellen.

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