Antworten – Wahlprüfstein (Fallenjagd)

Anmerkung der Redaktion:

Mit Hinblick auf die kommenden Wahlen hat der Landesjagdverband Sachsen e. V. Wahlprüfsteine entwickelt und diese an die Parteien zur Beantwortung gesendet.
Folgende Parteien haben dazu Stellung genommen: AfD – SPD – Bündnis 90/Die Grünen – Die LINKE.
Die abgedruckten Texte sind den Antworten der Parteien entnommen.
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Frage:

Welche Auffassung hat ihre Partei zum Einsatz von Fallen bei der Prädatorenbejagung und Eindämmung invasiver Arten sowie zur Reduktion der Schwarzwildbestände?

 SPD

Fallenjagd ist auf unbedingt notwendige Einsatzgebiete zu beschränken. Die Fallen müssen den Ansprüchen des Tierschutzes genügen. Insbesondere die Eindämmung invasiver Tierarten, wie Mink, Marderhund und Waschbär, stellen eine große Herausforderung dar. Die SPD hat in Regierungsverantwortung dieses Thema bereits in der parlamentarischen Regierungsarbeit aufgegriffen und wird dies auch weiter verfolgen. Neben der Sensibilisierung der Bevölkerung müssen gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft mittelfristig innovative Maßnahmen zur Verminderung der Reproduktionsrate entwickelt werden, aber auch kurzfristige Präventionsmaßnahmen zur weiteren Ausbreitung ergriffen werden. Bezüglich der Reduktion von Schwarzwild hat die SPD in Regierungsverantwortung im Zusammenhang mit dem drohenden ASP-Eintrag die Fangjagd auf Wildschweine befristet zugelassen. Um die Bejagung von Schwarzwild zu erleichtern, sollten zudem bei Mais, Raps, Getreide Blüh- und Bejagungsschneisen angelegt werden können. Hierzu müssen, im Zusammenhang mit den Regelungen der Agrarförderung, die Verständigung zwischen Ländern herbeigeführt werden.

Die SPD begrüßt die im Jahr 2014 abgeschlossene Freiberger Erklärung „Gemeinsame Empfehlungen zur Reduzierung von überhöhten Schwarzwildbeständen in Sachsen“ zwischen dem Landesjagdverband, dem Landesbauerverband, dem Waldbesitzerverband LAG der Jagdgenossenschaften und Eigenjagd und Eigenjagdbesitzer.

Bündnis 90 / Die Grünen

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN setzt sich aus Tierschutzgründen grundsätzlich für ein Verbot der Jagd mit Totschlagfallen ein, da sie einen selektiven Fang nicht garantieren und somit auch Haus- und Wildtiere getötet werden können. Unserer Meinung nach, können Prädatoren damit nicht gezielt bejagt werden. Lebendfallen sollen für verschiedene berechtigte Zwecke und unter dem Nachweis der Sachkunde erlaubt sein. Das Management invasiver Arten ist unserer Meinung nach in erster Linie Aufgabe der zuständigen Behörden. Zu einem wirkungsvollen Management zählt die Vorsorge und das frühzeitige Verhindern der Verbreitung einer invasiven Art, die Früherkennung und Sofortmaßnahmen unter Beachtung des Tierschutzes. Dabei soll besonders denjenigen Maßnahmen Vorrang eingeräumt werden, die eine weitere Vermehrung und verstärktes Aufkommen zukünftig verhindern, wie am Beispiel des Waschbären die Immunkastration mit anschließender Freilassung. Laut Aussagen der Europäischen Kommission ist dies mit den Zielen der EU-Verordnung zu invasiven Arten vereinbar. Die Bejagung von Schwarzwild wird von uns aufgrund der stark überhöhten Bestände und der damit verbundenen Schäden grundsätzlich begrüßt.

Die Linke

Soweit Fallen durch ihre Art und Anwendung (beispielsweise Köder) ein Höchstmaß an Selektion ermöglichen bzw. andersherum Fehlfänge/ -tötungen ausschließen, mindestens einmal täglich kontrolliert werden und zumutbare Leiden ersparen, ist dagegen nichts einzuwenden. Die bei der Reduktion der Schwarzwildbestände genutzten Saufänge, bei denen (mehrere) Sauen lebend gefangen und anschließend gegebenenfalls nacheinander getötet werden, gehören nach unserer Auffassung nicht zu den zu unterstützenden Maßnahmen gegen überhöhte Schwarzwildbestände. Leiden werden durch die Art und Weise der Falle nicht erspart, sondern hervorgerufen (Paniksituation der übrigen Sauen beim Abschuss).
Auch bei den „invasiven Arten“ bzw. Neobiota haben wir ein differenziertes Bild: Die ökologischen Nischen ehemals einheimischer Arten (wie der Nerz) werden nun durch andere Tiere, wie den nicht-einheimischen Mink, besetzt. Die angerichteten Schäden beispielsweise zu Lasten von Brutvögeln werden nur so hoch bewertet, weil die Lebensräume dieser Arten infolge menschlichen Handelns derart massiv eingeschränkt wurden, dass neuerliche Gelegeverluste durch Neobiota nicht hingenommen werden können. Das Problem liegt jedoch an einer anderen Stelle: Da durch menschliche Handlungen und Landnutzungsänderungen die Lebensräume verknappt wurden, ist die Ursache zu bekämpfen, nicht jedoch in erster Linie die Tiere, die letztlich nur arteigenes Verhalten ausüben. Bei den Wildschweinen wird dies verstanden und seitens der Jägerschaft auf eine höhere Kulturartenvielfalt in der Landwirtschaft gedrungen – warum gilt dieses ökologische Verständnis nicht auch für die Neobiota?

AFD

Die Jagdzeiten und Jagdmethoden sind den biologischen Grundbedürfnissen des Wildes anzupassen. Wir unterstützen die traditionell, sich über Jahrzehnte bewährten Jagdzeitregelungen, eine Ausweitung, wie diese teilweise beispielsweise bei der Rehbockbejagung landesrechtlich erfolgt ist, lehnen wir ab.

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