ASP – Ein Nachtrag

Wir konnten im Mitteilungsblatt kürzlich über eine Katastrophenübung im Zusammenhang mit dem Fund eines kontaminierten Stückes Schwarzwild berichten. Der Abschlussbericht zur Maßnahme liegt noch nicht vor. Daher haben wir uns entschlossen, einen Beitrag der Zeitschrift „Wild und Hund“, Ausgabe 20, ins Netz zu stellen. Der Bericht ist sehr aktuell und lesenswert. Diesen stellen wir mit freundlicher Genehmigung der “Wild und Hund” auf unserer Website zur Verfügung.

ASP Probenentnahme - Foto Thomas Markert

Dessen ungeachtet liegen Informationen vom Landratsamt Erzgebirge Aue vor. Bei Totfunden, bzw. nach Erlegen vermeintlich kranken Schwarzwildes, ist eine Probenentnahme erforderlich. Die entsprechenden Sets sollten also schon mal von den Jagdausübungsberechtigten beschafft werden und vorrätig sein. Nach der Entnahme steht die Frage der Desinfektion. Dass die Entnahme unter Schutz, Handschuhe sollten ausreichen, geschieht, muss nicht erwähnt werden. Wir entsorgen dann die Handschuhe entsprechend, Kleidung ist mit mindestens 40 Grad zu waschen. Auch Schuhwerk, Stiefel, sind zu desinfizieren. Der Vorgang wurde mehrfach beschrieben. Problematisch erscheint die Desinfektion bei unserem Jagdhund. Der sollte mit einem Shampoo gereinigt werden, das wird aber nicht jedem Hund gefallen. Also werden wir Sorge tragen, dass nach Möglichkeit erst gar kein Kontakt entsteht.

Nach neuesten Aussagen soll sich das Virus im Wald, aber auch im Wasser, nicht lange halten. Die Virulenz wird daher nach unten korrigiert.

Ich sehe allerdings ein Problem in der Entschädigung des Probennehmers. Der angesetzte Betrag ist aus meiner Sicht nicht ausreichend. Unter Beachtung des erforderlichen Zeitaufwandes für Probennahme, Transport und Reinigung (einschließlich Reinigungsmittel), ist die Motivation nicht ausreichend. Hier muss umgehend nachgebessert werden.

Ebenso sollten die Meldeketten überprüft werden.

Wir haben seit kurzem den Ausbruch der ASP in Belgien. Nunmehr sollte jedem klar sein, dass die Ausbreitung vom Menschen gemacht ist. Jeder aus der Gefahrenzone Kommende, kann mit weggeworfenen Lebensmitteln der Auslöser für die Katastrophe sein. Ich denke da besonders an Berufsgruppen wie Fernfahrer, aber auch in den Forsten wird Personal aus den Herkunftsländern der ASP eingesetzt.

Auf Grund der konstruktiven und engen Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt des Erzgebirgskreises verfügen wir über aktuelle Informationen die wir umgehend weiterleiten werden.

Weidmannsheil!

Thomas Markert
Vizepräsident

zum Artikel ASP-Verdacht im Revier – was jetzt?
Erlass ASP KSP Monitoring 2016 Sachsen
Anlage 1 Informationsblatt für Jäger – Stand 09-2017 – Endversion
Anlage 2 Probenbegleitschein Wildschwein – Stand 09-2017 – Endversion