Wildtierkrankheiten/Wildbrethygiene

Schutz vor Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft informiert über Vorsichtsmaßnahmen, um die Verschleppung der Seuche zu verhindern
Die – für Menschen ungefährliche – Afrikanische Schweinepest (ASP) tritt seit 2014 in den baltischen Staaten und in Polen auf; in den an die baltischen Staaten und Polen angrenzenden Länder Ukraine, Weißrussland und Russland kommt die Seuche seit Längerem gehäuft vor und verbreitet sich von dort. Es besteht immer die Gefahr, dass die Seuche aufgrund des hohen Infektionsdruckes in weitere Länder der EU verschleppt wird. Zuletzt kam es Anfang August in der polnischen Gemeinde Wysokie Mazowieckie zu einem neuen Ausbruch. Die Gemeinde liegt 50 km westlich von allen bisher aus Polen gemeldeten Fällen.
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft nimmt diesen jüngsten Ausbruch der ASP in Polen, erneut zum Anlass, Verbraucher, Tierhalter, Viehhändler und Jäger auf Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung der Seuche hinzuweisen:
Über größere Distanzen kann ASP durch Menschen verschleppt werden, insbesondere dann, wenn Erzeugnisse von infizierten Haus- oder Wildschweinen unachtsam entsorgt werden, z. B. auf Autobahnparkplätzen oder Picknickplätzen. Hausschweine und Wildschweine dürfen auf keinen Fall mit Küchenabfällen gefüttert werden. Das ist wegen der Infektionsgefahr ausdrücklich verboten. Für Jäger gilt: Reste von Schweinen, Wildschweinen oder Erzeugnissen mit Schweinefleisch dürfen auch nicht im Wald zum Anlocken von Wildschweinen oder anderen Tieren verwendet werden.
Auch Tierhalter und Viehhändler sollten sich beim Umgang mit Schweinen der wachsenden Gefahr einer Verschleppung der ASP bewusst sein und Vorsichtsmaßnahmen einhalten. Dazu zählen insbesondere einfache Biosicherheitsmaßnahmen wie der Zukauf von Schweinen aus Beständen mit einem gesicherten Tiergesundheitsstatus, die Abschottung des Bestandes und der Futterlager (Fahrsilos auf dem Feld) gegenüber Wildschweinen sowie die konsequente Reinigung und Desinfektion von Fahrzeugen unmittelbar nach jedem Transport.

Hintergrund
An der Afrikanischen Schweinepest können sowohl Haus- als auch Wildschweine erkranken. Sie verenden zu fast 100 Prozent an der Virusinfektion, da eine Therapie oder Impfung nicht möglich ist. Die Bekämpfung bei Hausschweinen erfolgt durch Ausräumung der betroffenen Bestände und durch weitergehende räumliche Sperrmaßnahmen. Die Verluste für die Schweinehalter und die nachgelagerten Wirtschaftszweige sind erheblich, weil die Sperrmaßnahmen zu längerfristigen Handelsverboten führen. Exportverbote können von Drittländern für lange Zeit, sogar über Jahre, ausgesprochen werden. Sie werden erst aufgehoben, wenn auch die Wildschweinpopulation nachweislich wieder frei von ASP ist. Die Bekämpfung der ASP beim Wildschwein gestaltet sich schwierig, da letztlich nur geeignete jagdliche Maßnahmen zur Ausdünnung der Population zur Verfügung stehen. Eine orale Immunisierung der Wildschweine, wie dies in der Vergangenheit bei der Klassischen Schweinepest bei Wildschweinen mit Erfolg durchgeführt wurde, steht leider nicht zur Verfügung Solange Wildschweine als Infektionsquelle vorhanden sind, besteht immer eine Gefahr für Hausschweine sich durch mittelbaren oder unmittelbaren Kontakt anzustecken.

(BMEL)

Information aus dem Jagdrevier Obere Landwüster

Erneut kam es bei untersuchtem Wild zu einer Bestätigung von Salmonella Paratyphi C, einer meldepflichtigen Erkrankung. Im Mai mußte ein Rehbock erlöst werden und vor ein paar Tagen ein Frischling.
Da Salmonella Paratyphi Gruppe C überwiegend im östlichen Mittelmeerraum, Afrika, Asien und Südamerika auftritt, ist davon auszugehen, daß das Wild durch Aufnahme kontaminierter Nahrungsmittel wie gedüngtes Obst, Gemüse, oder auch Meeresfrüchten infiziert wurde und erkrankte.
Es wird daher dringend gebeten, derartige Nahrungsmittelreste nicht auf freizugänglichen Komposthaufen oder als Picknickreste in der Natur zu entsorgen.

Mit Waidmannsheil,

Jörg Höland

 

Mit Salmonella Paratyphi C infizierter Frischling und Rehbock. Fotos: J. Höland

Überwachungsprogramm von Wildschweinen auf Schweinepest

Erhöhung der Aufwandsentschädigung für Jäger beschlossen!

Es ist bekannt, dass die Schwarzwildbestände in Sachsen stark zugenommen haben. Der vergangene, milde Winter und ein reichliches Nahrungsangebot vom zeitigen Frühjahr an bis spät in den Herbst hinein sind Ursachen für stark angestiegene Bestände beim Schwarzwild. Neben erhöhten Wildschäden steigt die Gefahr der Übertragung von Krankheiten und Seuchen, wie der klassischen und der afrikanischen Schweinepest. Verbraucherschutzministerin Christine Clauß und Landwirtschaftsminister Frank Kupfer haben sich deshalb entschlossen, den Anreiz für Jäger zu erhöhen mehr Schwarzwild zu erlegen. Das Überwachungsprogramm zur Tiergesundheit, also die Untersuchung auf klassische Schweinepest bei Wildschweinen, wird ausgeweitet. Staatsminister Frank Kupfer appelliert an die Jäger verstärkt Wildschweine zu bejagen und die Mühe nicht zu scheuen am Überwachungsprogramm teilzunehmen. Der finanzielle Anreiz für Jäger bei sachgerechter Beprobung wurde deshalb erhöht. Bisher erhielten Jäger für das Einsenden von Blutproben beim Schwarzwild jeweils 10 €. Die Aufwandsentschädigung pro Tier wurde nun, vorerst bis zum Jahresende, auf 15 € angehoben. Dies stelle, laut Staatsminister Kupfer, eine Entlastung und einen Anreiz für die Jäger im Rahmen des Programmes dar.

Die Untersuchungsaufträge (Formulare) und Blutentnahmeröhrchen können über das jeweilige Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt oder über die Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsens angefordert werden.

Die Zunahme der Schwarzwildbestände und die Schwierigkeiten diese Wildart in unserer Kulturlandschaft effektiv zu bejagen, stellen eine große Herausforderung dar. Aus diesem Grund haben sich am 30. Juni 2014 Vertreter des Landesjagdverbandes Sachsen e.V.; des Sächsischen Landesbauerverbandes e.V.; des Sächsischen Waldbesitzerverbandes e.V.; der Landesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer sowie der Geschäftsführer des Staatsbetriebs Sachsenforst in Dresden zusammengefunden und im Beisein des Staatsministers Kupfer die sogenannte Freiberger Erklärung mit „Gemeinsamen Empfehlungen zur Reduzierung von erhöhten Schwarzwildbeständen in Sachsen“ unterzeichnet.

Afrikanische Schweinepest – erhöhte Prämie für Proben zur Untersuchung von Sauen auf Schweinepest

Überwachung der Gesundheit der Schwarzwildbestände wird ausgeweitet

zur Medieninformation des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz

Hinweise zum Duncker´schen Muskelegel (DME) und zur Afrikanischen Schweinepest (ASP)

Dunckerscher Muskelegel (DME)

Der „Duncker`sche Muskelegel“ ist die adulte Form des Saugwurmes Alaria Alata, der im Darm von Fuchs, Marderhund und anderem Raubwild parasitiert. Mit den Ausscheidungen gelangt er in die Umgebung, wo er von Zwischenwirten aufgenommen wird. Der Entwicklungszyklus des Parasiten ist an Wasser gebunden. In Schnecken und Amphibien, wie z. B. Fröschen, entwickeln sich die Zerkarien und Mesozerkarien. Diese werden über die Nahrungskette vom Endwirt aufgenommen. Im Endwirt (z.B. Schwarzwild) werden sie dann als „Duncker´scher Muskelegel“ bezeichnet. Auch der Mensch kann sich über den Verzehr von infiziertem rohen oder nicht ausreichend durcherhitzten Fleisch anstecken. Anderes Schalenwild ist demnach nicht von diesem Parasiten betroffen und kann verzehrt werden (vorausgesetzt es sind keine Anzeichen anderer Krankheiten am Stück zu erkennen).

Der DME kann bei der Trichinenuntersuchung als Zufallsbefund nachgewiesen werden. Bisher gibt es keine amtliche Untersuchungsmethode zur Feststellung des DME. An der Universität Leipzig wird derzeit ein Monitoring- Projekt im Rahmen eines Forschungsprogramms zum Vorkommen, der Häufigkeit und der Verbreitung des Parasiten durchgeführt. Jäger sind Lebensmittelunternehmer. Wenn sie Fleisch an Dritte abgeben, obliegt es ihrer Sorgfaltspflicht sicherzustellen, dass die Lebensmittel, die in den Handel gelangen, sicher sind. In Gebieten, wo der DME verstärkt auftritt, werden von den Lebensmittelüberwachungs- und Veterinärämtern bereits Untersuchungen auf diesen Erreger durchgeführt.

Jäger sollten sich bei Abgabe von Trichinenproben informieren, ob das zuständige LÜVA Hinweise über ein verstärktes Auftreten des DME im Erlegungsgebiet hat und ob eine Untersuchung, die zwar möglich, aber noch nicht als amtliche Pflichtaufgabe vorgeschrieben ist, durchgeführt werden kann. Trichinenproben, bei denen als Zufallsbefund der DME nachgewiesen wurde, sind als untauglich zu beurteilen und dürfen nicht für den menschlichen Verzehr freigegeben werden.

Afrikanische Schweinepest (ASP)

Blutuntersuchungen beim Schwarzwild dienen der Erkennung von Schweinepest (ESP, ASP), Brucellose und Aujeszkyscher Krankheit. Für die Abgabe der Blutprobe erhält der Jäger eine Aufwandsentschädigung. Die Probe sollte sauber entnommen sein und möglichst gekühlt zur Untersuchungsstelle gelangen. Ein ordentlich ausgefüllter Untersuchungsantrag für jede Probe ist unabdingbar. Die Untersuchungsanträge und die Proberöhrchen sind beim Veterinäramt erhältlich.

Das LRA Görlitz bietet auf seiner Internetseite ausführliche Informationen für Jäger zu den verschiedenen Themen (siehe unten).

Nähere Infos zum Duncker´schen Muskelegel unter:
http://www.bfr.bund.de/de/a-z_index/dunckerscher_muskelegel-9952.html

http://www.landkreis-nordsachsen.de/r-aktuell-a-2188.html

Erste Abwehrmaßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest

Eine flächendeckende Untersuchung von toten Wildschweinen im Osten Deutschlands soll eine Ausbreitung der Seuche möglichst verhindern.

Greifswald-Riems (dpa) – Nach einem ersten Fall der Afrikanischen Schweinepest in Polen fordert ein Bundesinstitut stärkere Untersuchungen von Wildschweinen in Deutschland. Der hochinfektiöse Erreger habe mittlerweile mit Litauen und Polen zwei EU-Länder erreicht und bewege sich nach Westen, sagte der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts, Thomas Mettenleiter, auf der Insel Riems der Nachrichtenagentur dpa. Insbesondere in den an Polen angrenzenden Bundesländern sollten tot aufgefundene und krank erlegte Wildschweine auf den Erreger untersucht werden, heißt es in einer aktuellen Empfehlung des Bundesforschungsinstituts.

Auch in den nicht an Polen angrenzenden Bundesländern sei besondere Aufmerksamkeit geboten, sagte Mettenleiter. Der für den Menschen ungefährliche, aber für Haus- und Wildschweine tödliche Erreger könne über mitgebrachte Rohwurstprodukte nach Deutschland eingeschleppt und über weggeworfene Speisereste übertragen werden.

Gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) gibt es keinen Impfstoff. «Der Erreger ist hochinfektiös, hochpathogen und hochstabil.» Sein Genom bestehe – anders als bei der klassischen Schweinepest, deren Virus eine einsträngige RNA hat – aus einer doppelsträngigen DNA, was dem Erreger eine hohe Stabilität verleihe, sagte der Virologe. Trotz großer Forschungsanstrengungen hätten sämtliche Versuche, einen Lebend- oder Totimpfstoff zu entwickeln, bislang zu keinem brauchbaren Ergebnis geführt. In absehbarer Zeit sei damit auch nicht zu rechnen.

Wie Versuche des Instituts an Haus- und Wildschweinen gezeigt hätten, führt die Infektion innerhalb weniger Tage zum Tod der Tiere. «Natürlich infizierte Tiere können im Regelfall keine Immunität ausbilden, weil sie bereits vorher daran sterben.»

Der Erreger war nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts vermutlich im Jahr 2007 aus Afrika nach Georgien eingeschleppt worden und hatte sich von dort über Russland nach Weißrussland, die Ukraine, Litauen und Polen ausgebreitet. Der natürliche Wirt des Erregers sind das afrikanischen Warzenschwein und die Buschschweine, wie Mettenleiter sagte. Im Gegensatz zu den Wild- und Hausschweinen erkranken sie aber nicht nach einer Infektion.

Das ASP-Virus kann laut Mettenleiter über geringste Mengen Blut und Körperflüssigkeiten von Rotte zu Rotte weitergetragen werden. Potenzielles Einfallstor seien auch Jagdtrophäen oder nicht gereinigte Jagdutensilien. Bei einem Nachweis des Erregers in deutschen Wildschweinen würden zunächst Sperrbezirke eingerichtet, um den Handel mit Tieren aus diesem Areal zu unterbinden. Bei einer Einschleppung in Hausschweinbestände müssten laut der Schweinepestverordnung die betroffenen Tiere gekeult werden.

Der Landesjagdverband in Mecklenburg-Vorpommern ist auf dichteres Kontrollnetz vorbereitet. «Wir haben bereits Übung darin», sagte Verbandsmitarbeiter Rainer Pirzkall und erinnerte an die Klassische Schweinepest in den 1990er Jahren. Damals sei jedes geschossene Tier auf den Erreger untersucht worden.

dpa

Afrikanische Schweinepest erreicht die EU

In Litauen bestätigt / Friedrich-Löffler-Institut informiert

Vor wenigen Tagen wurde die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Litauen bestätigt und hat damit die EU erreicht. Die Afrikanische Schweinepest betrifft Haus- und Wildschweine und hat sich seit 2007 in Russland und angrenzenden Ländern ausgebreitet. Die Tierseuche wird direkt von Tier zu Tier oder über kontaminierte Gegenstände übertragen.

Schon kleinste Mengen Schweiß sind zur Übertragung ausreichend. Besondere Sorgfalt hinsichtlich der Hygiene nach Jagdausflügen gilt für Jäger, die mit der Schweinezucht und -haltung beschäftigt sind. Litauen ist ein beliebtes Jagdreiseland, daher ist besondere Vorsicht geboten. Das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) hat Hinweise zur Afrikanischen Schweinepest veröffentlicht. Der DJV ruft alle Jäger, vor allem diejenigen, die in Litauen jagen, zu besonderer Vorsicht und zur Beachtung der Hinweise des FLI auf.

DJV