Wildtiererfassung

Das Vorkommen der einzelnen Wildarten und ihre räumliche Verbreitung sowie die jeweilige Bestandesdichte zu beobachten ist das Ziel der Wildtiererfassungen. Sie werden in unterschiedlichem Umfang im Freistaat Sachsen und auf Bundesebene durchgeführt.

Beide Projekte werden durch das SMUL aus Mitteln der Jagdabgabe unterstützt.

Besorgniserregende Ausbreitung des Waschbären und anderer eingeschleppter Wildarten festgestellt

Neue Wildtiererfassung wird im Rahmen des Landesjägertages vorgestellt

Wildtiererfassung 2013

Seit dem Jagdjahr 2000/01 registrieren die Jäger im Freistaat systematisch Vorkommen und Verbreitung von Wildarten im Rahmen der „Wildtiererfassungen“ des Landesjagdverbandes Sachsen. Auch die Neubürger Waschbär und Mink wurden darin berücksichtigt. Im aktuellen Projekt „Wildtiererfassung 2013 im Freistaat Sachsen“ konnten die Daten zum Vorkommen von Wild auf der Basis von 582.000 ha Revierfläche wissenschaftlich fundiert ausgewertet werden. Das entspricht ca. 37% der Jagdwirtschaftsfläche im Freistaat. Die Ergebnisse ausgewählter Arten der Wildtiererfassung sind darüber hinaus auch in die bundesweite flächendeckende Erfassung im Rahmen des „WildtierInformationssystem der Länder Deutschlands“ (WILD) des Deutschen Jagdverbandes e.V. eingeflossen. Zum Landesjägertag, der wichtigsten Versammlung der organisierten Jäger im Freistaat Sachsen, am 09. Mai 2015 in Freital werden die umfangreichen Ergebnisse vorgestellt.

Wichtige Ergebnisse ausgewählter invasiver Arten:

Der aus Nordamerika stammende Waschbär hat sein Verbreitungsgebiet in Deutschland in sieben Jahren nahezu verdoppelt und kommt jetzt fast in jedem zweiten Jagdrevier vor (46 Prozent). In Sachsen ist er sogar auf 57 Prozent der im Projekt erfassten Revierflächen anzutreffen. Die Hauptvorkommen dieses Kleinbären befinden sich in den nördlichen und östlichen Regionen des Freistaates, wie beispielsweise in den Landkreisen Leipzig, Nordsachsen, Meißen, Bautzen und Görlitz. In den südlichen Landesteilen konnten weitere neue Vorkommen registriert werden. Die Jagdstrecke ist kontinuierlich gestiegen und war im Jagdjahr 2012/2013 mehr als doppelt so hoch, wie in der vorherigen flächendeckenden Erfassung im Jagdjahr 2010/2011.

Der niedlich aussehende Waschbär ist ein Allesfresser. Diverse pflanzliche und tierische Kost, wie z.B. Obst, Fisch, Eier und sogar Essenreste aus dem Hausmüll gehören zu seinem Nahrungsspektrum. Der clevere Kleinbär kann sehr gut schwimmen und klettert gern auf Bäume. Mit seinen „Händen“ greift er geschickt in Baumhöhlen und plündert alle Vogelnester, die er erreichen kann. Die deutliche Abnahme von Graureihern im nördlichen Teil Sachsens wird bereits mit dem häufigen Auftreten von Waschbären in der Region in Verbindung gebracht (Kormoranmonitoring 2010, LfULG, Freistaat Sachsen). Nach Mitteilungen in der „Sächsischen Zeitung“ gehen Vogelbeobachter davon aus, dass die Graureiher auf der Gauernitzer Elbinsel und die einst größte Lachmöwenkolonie in Sachsen im Zschornaer Teichgebiet durch die Waschbären stark gefährdet sind.

Der ebenfalls aus Nordamerika stammende Mink, auch amerikanischer Nerz genannt, ist ein semiaquatisch lebender Wassermarder. Er kommt in 19 Prozent der an der Erfassung beteiligten Reviere vor. Eine deutliche Zunahme ist vor allem entlang von Gewässern wie der Elbe und der Mulde in den nördlichen Gebieten Sachsens zu verzeichnen. Aber auch an den zahlreichen Gewässern in der Oberlausitz ist er zu finden. Es wird davon ausgegangen, dass beim Aufbrechen von Gehegen in einer Pelzzuchtfarm in Sachsen-Anhalt ca. 1.500 bis 2.000 Tiere überlebt und sich entlang der Elbe ausgebreitet haben (Aeikens 2012). Da der Mink nachtaktiv ist, werden die Tiere aufgrund ihrer schwarzen Färbung oft übersehen. Auch der Mink nimmt durch seine Lebensweise und Ernährungsvorlieben erheblichen Einfluss auf eine Vielzahl einheimischer Fisch- und Vogelarten, insbesondere auf bodenbrütende Wasservögel.

„Die Daten der Wildtiererfassung sind alarmierend. Um seltenen Arten, wie der Großtrappe und der Sumpfschildkröte, sowie vielen bodenbrütenden Wasservogelarten helfen zu können, muss man deren Lebensräume verbessern und Fressfeinde reduzieren“, so Dr. Gert Dittrich, Präsident des Landesjagdverband Sachsen e.V. (LJVSN). Angesichts der rasanten Ausbreitung räuberisch lebender gebietsfremder Arten (Neozoen) fordern der LJVSN und dessen Dachverband, der Deutsche Jagdverband e.V. (DJV), eine intensivere Erforschung des Einflusses invasiver Wildarten auf die heimische Artenvielfalt und eine Intensivierung der Fangjagd. Einschränkungen der Fangjagd, wie in einigen Bundesländern geplant bzw. bereits umgesetzt, sind kontraproduktiv und können den Bestand seltener und geschützter Tierarten gefährden.

Die Wildtiererfassung 2013 des Landesjagdverbandes Sachsen wurde aus Mitteln der Jagdabgabe gefördert. Der Bericht ist in der Geschäftsstelle des Landesjagdverbands Sachsen e. V. erhältlich oder über unten stehenden Link downloadbar.
WTE_Stand28042015_Entwurf_3.pdf

Wildtiererfassung 2011 im Freistaat Sachsen

Flächendeckende Erfassung im Rahmen des „Wildtier-Informationssystems der Länder Deutschlands“

Wildtiererfassung 2011

Der vorliegende Bericht gibt die Ergebnisse der 2011 in Verbindung mit der flächendeckenden Erfassung im Projekt WILD durchgeführten Wildtiererfassung im Freistaat Sachsen wieder. Das aus Mitteln der Jagdabgabe geförderte Projekt liefert wichtige Grundlagen für die jagdpolitische Arbeit des Landesjagdverbandes Sachsen e.V. und ist Basis für Handlungsempfehlungen, insbesondere im Hinblick auf die Populationsentwicklung jagdwirtschaftlich intensiv genutzter Wildarten ebenso wie seltener oder streng geschützter Arten. Die in der Broschüre dargestellten Ergebnisse haben somit auch unmittelbare Bedeutung für das zielorientierte nachhaltige jagdwirtschaftliche Handeln in jedem Jagdbezirk.
Der Bericht steht als Download zur Verfügung und ist in begrenzter Stückzahl in der Geschäftsstelle des LJVSN vorrätig.

Geschäftsstelle

Wildtiermonitoring im Freistaat Sachsen

Der LJVSN führt 2013 die nächste Wildtiererfassung durch und beteiligt sich im Projekt „WILD“ des DJV an der vierten flächendeckenden Erhebung! Unterstützen Sie bitte das Wildtiermonitoring und senden Sie die Erhebungsbögen an die Geschäftsstelle des Landesjagdverbandes Sachsen e.V.!

Sehr geehrte Revierinhaber, liebe Jägerinnen und Jäger,

in diesem Jahr findet die nächste Wildtiererfassung des Landesjagdverbandes Sachsen und die vierte bundesweite Erhebung der Vorkommen ausgewählter Wildtierarten im Rahmen des Projektes „Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands“ (WILD) des Deutschen Jagdschutzverband und der Landesjagdverbände statt. Im Freistaat Sachsen werden ergänzend zum Projekt WILD wieder fast alle jagdbaren Tierarten abgefragt und in einem separaten Ergebnisbericht ausgewertet.

Das Projekt wird aus Mitteln der Jagdabgabe gefördert. Es liefert wichtige Grundlagen für die jagdpolitische Arbeit des LJVSN und ist Basis für Handlungsempfehlungen des Verbandes, insbesondere im Hinblick auf die Populationsentwicklung jagdwirtschaftlich intensiv genutzter Wildarten sowie seltener oder besonders geschützter Arten. Im Rahmen der 2011 durchgeführten Wildtiererfassung im Freistaat Sachsen meldeten reichlich 40 % der angeschriebenen Jagdbezirksinhaber zurück und lieferten somit Informationen zu den insgesamt 56 abgefragten Haar- und Federwildarten. Der Erfolg des Monitorings und die Aussagekraft der Daten hängen somit stets in besonderem Maße von der freiwilligen Mitarbeit von Ihnen als den vor Ort kundigen Jägerinnen und Jäger ab.

Bitte unterstützen Sie daher die derzeit aktuell laufende Wildtiererfassung im Freistaat Sachsen und die Erhebung zum Projekt WILD, bringen Sie Ihre Erfahrung und Ihr Fachwissen ein. Dazu füllen Sie den – an alle Jagdbezirksinhaber zugestellten Fragebogen der Wildtiererfassung und der FE WILD für das Wildvorkommen in Ihrem Jagdbezirk aus. Personenbezogene Daten werden nicht ausgewertet und damit die Anonymität gewährleistet.

Wissen ist die Grundlage für besseres Handeln! Stärken Sie die Jagd in Deutschland!

Besten Dank für Ihre Unterstützung
und Weidmannsheil!

Franziska Schmidt
Geschäftsstelle LJVSN

Wildtierinformationssystem der Länder Deutschlands (WILD)

Das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands, WILD, wurde im Herbst 2000 vom Deutschen Jagdschutz-Verband ins Leben gerufen. Ziel dieses Projektes ist die bundesweite Erfassung weniger ausgewählter Wildtierarten in Referenzgebieten. Hier werden nach wissenschaftlichen Grundsätzen die Besätze von Hasen gezählt und ausgewählte Umweltfaktoren erfasst. Bundesweit gibt es ca. 780 Referenzgebiete, im Freistaat Sachsen etwa 40.

Aus den ermittelten Besatzdichten und Besatzentwicklungen, die unter Berücksichtigung unterschiedlicher Umweltfaktoren (u. a. Witterung, Einfluss von Räubern) aufgearbeitet werden, sollen Konzepte für die nachhaltige Nutzung und den Schutz dieser Wildtierpopulationen entwickelt werden. Einen Überblick zum Projekt WILD finden Sie hier.

Erfassung der Hasenbesätze

Im Rahmen des WILD-Projektes wird der Feldhasenbesatz in ausgewählten Gebieten Sachsens erfasst. Mit Hilfe von Scheinwerfern werden dabei im Frühjahr und im Herbst die Hasen in den Zählgebieten erfasst.

Diese seit mehr als 10 Jahren laufende Zählung dokumentiert die Entwicklung der Hasenbesätze in den Referenzflächen (= Reviere). Dazu werden auch die Fuchsstrecken erfasst und eine Bau- bzw. Geheckkartierung zur Entwicklung der Prädatoren vorgenommen.

Der Landesjagdverband Sachsen e. V. konnte mit Hilfe der Mittel aus der Jagdabgabe die Hasenzählung im länderübergreifenden Projekt WILD realisieren. Im Jahre 2013 wurde der Hasenbesatz von noch 15 Jägern in den eigenen Revieren landesweit dokumentiert. Im Mittel lag der Hasenbesatz in diesem Jahr bei durchschnittlich 2 Hasen je 100 ha. Das ist im Vergleich zu den anderen Ländern des nordostdeutschen Tieflandes der geringste Besatz! Die Auswertung zur Hasenzählung erfolgt durch das Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE)/Institut für Waldkunde GmbH in Eberswalde. Allgemein konnte festgestellt werden, dass über den Erfassungszeitraum der Jahre 2003 bis 2012 die mittleren Hasendichten (Median) in Sachsen schwanken, tendenziell aber eher abnehmen. Nach einem Aufruf im Mitteilungsblatt Dezember 2013 haben einige Jäger reagiert und engagieren sich nun mit Unterstützung des Landesjagdverbandes Sachsen e.V. aktiv für den Feldhasen in ihren Revieren. Neben dem Engagement für das Projekt WILD, verzichten die Jäger auf eine Bejagung des Feldhasen, schaffen niederwildfreundliche Lebensräume und bejagen konsequent deren Prädatoren.

Wenn sie Interesse haben sich am Projekt zu beteiligen, melden Sie sich bitte in der Geschäftsstelle des LJV. Die dafür notwendigen Arbeitsmaterialien werden kostenlos vom Verband zur Verfügung gestellt und die Fahrtkosten werden erstattet.

Geschäftsstelle

Herausragende Ergebnisse der flächendeckenden Erfassung 2009 – Eingeschleppt und eingewandert: Tierische Neubürger auf dem Vormarsch

WILD 2009

Der Landesjagdverband Sachsen e. V. beteiligt sich schon seit einigen Jahren am Wildtierinformationssystem der Länder Deutschlands „WILD“. Hierbei erfolgt innerhalb der Referenzgebiete eine Frühjahrs- und Herbstzählung der Hasenbestände mit Angaben zur aktuellen Flächennutzung. Zusätzlich werden im Frühjahr die Baue von Fuchs und Dachs erfasst.

Im Jahr 2009 erfolgte dazu eine flächendeckende Einschätzung der Arten: Kanin, Marderhund, Waschbär, Rebhuhn, Graugans, Kanadagans, Nilgans, Nonnengans, Rostgans und Höckerschwan.

Alle Ergebnisse sind jetzt ausführlich im WILD- Jahresbericht in einer gedruckten Broschüre zusammengefaßt. Diese Broschüre ist im Internet veröffentlicht www.jagdnetz.de und kann dort per Download abgerufen werden. Gedruckte Exemplare können als Sammelbestellung beim LJVSN (für Nichtmitglieder gegen Erstattung des Portos) abgefordert werden.

Geschäftsstelle

Wildtiererfassung im Freistaat Sachsen

Der Landesjagdverband Sachsen e. V. führte im Jagdjahr 2000/2001 und 2002/2003 je eine landesweite Wildtiererfassung durch. Hierzu wurden die Jäger zum aktuellen Vorkommen von 46 Wildarten, einschließlich der Schalenwildarten, in ihren Revieren befragt.
Die periodische Erfassung der Wildbestände ermöglicht es, Veränderungen in der Verbreitung und ggf. der Bestandesdichte zu erkennen. Damit ist es möglich, geeignete Jagd- oder Hegemaßnahmen abzuleiten oder Argumente zur Durchsetzung von jagdlichen Erfordernissen zusammenzustellen.

Die Auswertungen der Wildtiererfassungen:

2000/2001:
Ergebnisse 1
Ergebnisse 2
Ergebnisse 3
Anhang

2002/2003