Raubwild

Dachs

Zum Raubwild zählen die dem Jagdrecht unterliegenden Arten der Raubtiere. Besondere Bedeutung haben Fuchs, Dachs, Steinmarder, Marderhund, Waschbär, Mink und Fischotter. Luchs, Wildkatze, Wolf und Fischotter sind ganzjährig geschont, obwohl sie dem Jagdrecht zugeordnet sind. Für diese Arten besteht aber weiterhin die Pflicht zur Hege. Sie stehen dadurch in der besonderen Fürsorge durch den Jäger.

Das größte, derzeit im Freistaat Sachsen vorkommende Raubtier ist der Wolf. Im Jahr 2000 hat sich ein Wolfspaar in der Niederschlesischen Oberlausitz zwischen Niesky und Weißwasser angesiedelt. Diese zwei Wölfe bildeten das Stammrudel und die Grundlage für die sich immer weiter ausbreitende Population. Derzeit wird mit vier Rudeln und mehreren umherziehenden oder abwandernden Jungtieren gerechnet.

Der flächendeckend verbreitete Rotfuchs hat aus jagdlicher Sicht eine große Bedeutung. Er ist teilweise mit dem Dachs in einem Bau anzutreffen. Der Marderhund breitet sich zunehmend weiter aus und es mehren sich die Anzeichen, dass diese Art mit dem heimischen Rotfuchs in Konkurrenz steht. Wie die Streckenentwicklung zeigt, wächst auch der Bestand der Waschbären im Freistaat Sachsen weiter an.

Fuchs und Marderhund werden intensiv bejagt. Zum einen liefert ein großer Teil des Raubwildes wertvolle Winterfelle. Diese rein natürliche Erzeugung von Rauchwaren ist tierschutzgerecht. Ein weiterer wichtiger Grund ist die Seuchenbekämpfung. Hohe Bestandesdichten können die Ausbreitung von Krankheiten fördern. Die Seuchen sind zum Teil auf Menschen und Haustiere übertragbar, z. B. Fuchsbandwurm, Staupe, Räude, Tollwut u.a. Das Raubwild wird aber auch zum Schutz der Bodenbrüter und zur Förderung des Niederwildes bejagt. Im Gegensatz zur häufig vertretenen Meinung, dass ein Beutegreifer seine Beute nie ausrotten könne, ist dies in der Kulturlandschaft bei opportunistischen Räubern durchaus wahrscheinlich. Der Fuchs beispielsweise ist sehr flexibel in der Auswahl seiner Nahrung. Obwohl die Hauptbeute Mäuse sind, werden auch sehr viele Junghasen und Gelege von Bodenbrütern aufgenommen. Gibt es viele Füchse, wird ein hoher Anteil der Junghasen gefunden und der Hasenbestand sinkt ohne Auswirkung auf den Bestand des Fuchses. Mindestens genau so anpassungsfähig sind der Marderhund und der Waschbär. Die Waschbären besiedeln ebenso wie Steinmarder auch menschliche Ansiedlungen und haben sich neue Nahrungsquelle erschlossen.