AG Rotwild

Hirsch

Wild in Sachsens Flur und Wäldern bewahren!

„Der Rothirsch ist in Deutschland der letzte Vertreter einer ehemals großartigen eiszeitlichen Großsäuger-Lebensgemeinschaft. Seit der Späteiszeit vor etwa 10.000 Jahren war die Art bis in die Neuzeit noch über ganz Mitteleuropa verbreitet. Danach schwankte ihre Verbreitung zwischen Extremen, geprägt durch menschliche Einflüsse. Die Geschichte der jüngeren Zeit begann vor 150 Jahren mit einer drastischen Reduktion in Folge der Revolution von 1848. Der Rothirsch geriet in Deutschland an den Rand der Ausrottung. Danach haben sich die Bestände nicht nur erholt, sondern wuchsen, unterstützt durch vielfältige Hegemaßnahmen und Aussetzungen, stark an.“ (Vgl: Ulrich Wotschikowsky: Ein Leitbild für das Rotwild-Management in Deutschland, Fassung April 2004).

Mit dem Wachstum der Population entbrannte ein Streit über Populationshöchstgrenzen, Abschussquoten, Wildschadensausgleichszahlungen etc. zwischen den staatlichen Behörden/ Unternehmen (Bundes-/Landes-/Staats- und Stadtforst) sowie der Jägerschaft im Allgemeinen. Dieser Streit hält in Teilen bis heute an. Entsprechend des Leitbildes des Landesjagdverband Sachsen e.V. „Wild in Sachsens Flur und Wäldern bewahren“, ist es die Aufgabe des Landesjagdverbandes Sachsen e.V., zu einer Versachlichung der Diskussion, mit dem Ziel der Harmonisierung des existierenden Zielkonfliktes zwischen den einzelnen Interessensvertretern, beizutragen – zum Schutz der Leitwild-/ Schirmart Rotwild, als Vertreter der Wildtiere in Deutschland. „Den so genannten Wald-Wild-Konflikt gibt es nicht, es gibt kein Problem zwischen Wald und Wild sondern nur unterschiedliche Nutzungsinteressen des Menschen“. (Vgl: Karsten Bergner, 1. Vorsitzender Hegegemeinschaft Erzgebirge; Bernd Seifert, Nabu Mittleres Erzgebirge Positionspapier „Rotwild im Erzgebirge“). Die Diskussion muss hierbei frei von subjektiven Befindlichkeiten aber ebenso frei von wirtschaftlichen Interessen, vielmehr aus den Ansprüchen der größten Schalenwildart an seinen Lebensraum, heraus geführt werden.

Hierbei gilt es die Öffentlichkeit und vor allem die politischen Entscheidungsträger über die Lebensweise und Ansprüche des Rotwildes zu informieren, sie zu sensibilisieren und so auf Basis eines einheitlichen Wissens gemeinsam die richtigen Maßnahmen und Umgehens Weisen mit unseren Wildtieren wie vor allem dem Rotwild zu realisieren. Eine besondere Aufgabe entfällt hierbei auf die Hegegemeinschaften, die derzeit entsprechend Bundes- und Landesjagdgesetz lediglich ein privatrechtlicher Zusammenschluss sind. Nur durch eine flächendeckende, sprich lückenlose Hege mit einheitlichen Hegezielen unter Rückgriff auf ein integriertes Wildtiermanagementkonzept auf wildbiologischer Grundlage, wie es derzeit von der Technischen Universität Dresden aus Mitteln der Jagdabgabe, am Beispiel der Hegegemeinschaft Erzgebirge erarbeitet wird, ist es möglich einen Lösungsansatz zu finden, der die Lebensräume des Wildes verbessert, somit zur Verringerung von möglichen Wildschäden beiträgt und eine praxisnahe Jagdausübung unter Einhaltung der Grundsätze weidgerechter Jagd sicherstellt.

Der Landesjagdverband Sachsen e.V. unterstützt mit seiner Infrastruktur die Jägerschaften des Freistaates und damit die Hegegemeinschaften insbesondere durch die Abstimmungen mit dem Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, der Oberen- und Unteren Jagdbehörden, den Medienvertretern und vor allem den Landtags- und Kreistagsabgeordneten. Hierfür wurde Anfang des Jahres 2017 ein Fachausschuss Rotwild seitens des Präsidiums des Landesjagdverband Sachsen e.V. gegründet, der wissenschaftlich, wildbiologisch und publizistisch sich der großen Aufgabe stellt, die vorgenannten Ziele zu erreichen. Derzeit erarbeitet der Fachausschuss eine vertiefende Positionierung des Landesjagdverband Sachsen e.V. inklusive Handlungsempfehlungen und Zielstellungen sowie die sich hieraus ergebenden Aufgaben für die Jägerschaft, Entscheidungsträger und ausführenden sowie kontrollierenden Organe.

Weitere Informationen sowie Sitzungstermine und Ergebnisse des Fachausschusses erscheinen in den nächsten Wochen an dieser Stelle…