Auf der Jagd gegen die Tollwut

Heute ist Welt-Tollwut-Tag: Dank erfolgreicher Impfung von Füchsen gilt Deutschland heute als tollwutfrei. Aber: Ein Risiko durch Fledermausbisse besteht weiterhin. Ohne Tollwut-Virus sind die Fuchsbestände explodiert – zum Leidwesen bedrohter Vogelarten. Fuchsbejagung ist deshalb Artenschutz.

Leidtragende der hohen Fuchspopulation sind oftmals Bodenbrüter (Quelle: Rolfes/DJV)

Anlässlich des Welt-Tollwut-Tages weist der Deutsche Jagdverband (DJV) darauf hin, dass die terrestrische Tollwut nach Kriterien der Weltorganisation für Tiergesundheit seit 2008 aus Deutschland verdrängt ist. Hauptüberträger war der Rotfuchs. Allerdings gibt es in Deutschland 7 weitere Tollwut-Virus-Typen, die beispielsweise durch Fledermausbisse auf den Menschen übertragen werden können. Der DJV rät deshalb, bei apathisch wirkenden Fledermäusen Abstand zu halten und das zuständige Ordnungsamt zu informieren.

Die erfolgreiche Immunisierung bei Füchsen durch behördlich angeordnete Impfköder zwischen 1991 und 2008 hat zwar für den Schutz des Menschen gesorgt, allerdings wird die Fuchspopulation nicht mehr durch Tollwut reduziert. Die Bestände des anpassungsfähigen Fleischfressers haben sich deshalb im selben Zeitraum innerhalb Deutschlands etwa verdreifacht. Leidtragende dieser Entwicklung sind unter anderem am Boden brütende Vogelarten, wie Rebhuhn oder Kiebitz.

Der Fuchs hat hierzulande kaum Fressfeinde, eine natürliche Bestandsregulierung fällt aus. Als Kulturfolger dringt der Fuchs vermehrt in Siedlungen vor und ernährt sich von menschlichen Nahrungsquellen wie Katzenfutter oder Abfällen. Der DJV plädiert zum Schutz der Artenvielfalt für eine konsequente flächendeckende Bejagung des Fuchses mit Waffe und Falle. Geringere Fuchsbestände senken auch das Risiko einer Rückkehr der Tollwut aus Ost- und Südeuropa. Jedes Jahr sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO rund 55.000 Menschen an Tollwut. Auch in Europa kommt es noch vereinzelt zu Todesfällen. Laut Robert-Koch-Institut stellt die Tollwut vor allem bei Haus- und Wildtieren in Süd- und Osteuropa ein Problem dar.Eine geringe Fuchsdichte verringert das Ausbreitungsrisiko der Tollwut erheblich.

In diesem Zusammenhang wirbt der DJV für das Projekt „Fellwechsel“: Jäger können erlegte Füchse und andere Prädatoren wie Waschbär abgeben, aus den Fellen entstehen hochwertige, nachhaltig hergestellte Produkte. Weitere Informationen gibt es im Internet: www.fellwechsel.org

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