JV Sächsische Schweiz

Jagdverband Sächsische Schweiz e. V.

Vorsitzender:
Karl-Heinz Böhme
Rosa-Luxemburg-Straße 2
01844 Neustadt

Tel.: 03596-504310
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Mitteilungen des JV Sächsische Schweiz
Gemeinsame Jagd im Sebnitzer Wald

Ein Teil der Strecke (Foto: J. Jentsch)

Am 12.11.2016 war Ansitzdrückjagd im Sebnitzer Wald und der Sachsenforst hatte eingeladen. Die Mitglieder des Hegering „Oberes Sebnitztal“ waren wie schon seit einigen Jahren wieder mit dabei. Viele vom Hegering waren als Ansteller der Schützen aktiv.
Der Forstbezirk Neustadt, vertreten durch Herrn Röder und der zuständige Revierleiterin Frau Schmidt-Scharfe, begrüßten die anwesenden Teilnehmer der Drückjagd. Es waren Forstbeamte, Begehungsscheininhaber des Sachsenforstes, Gäste aus Dänemark und dem Umland , vom Hegering, sowie die Jagdhelfer vom Sachsenforst und vom Skiheim Sebnitz erwartungsvoll erschienen. Nach der obligatorischen Belehrung, Sicherheitsbestimmungen und der Freigabe ging es dann zu den Schützenständen.
Der Sebnitzer Wald ragt wie eine „Blase“ in das Staatsgebiet von Tschechien hinein, so daß er an drei Seiten direkt die Staatsgrenze bildet. Unsere ausländischen Nachbarn waren informiert und beteiligten sich auf ihren Staatsgebiet an der Jagd. Die Strecke wurde an der Jagdhütte gelegt; 47 Jäger hatten in zwei Stunden 10 Sauen und 16 Stück Rehwild und 1 Fuchs erlegt. Die Jagdleitung ehrte die erfolgreichen Jäger, bedankte sich bei den Jagdhelfern für die erbrachte Leistung und für eine unfallfreie Jagd.
Später im Gespräch mit Herrn Röder vom Sachsenforst, bedankte ich mich für die wieder erfolgte Einladung zur Jagd. Herr Röder erwiderte, daß wir nur gemeinsam erfolgreich jagen können und somit die Einladungen zur Jagd selbstverständlich sind. So selbstverständlich war eine gemeinsame Jagddurchführung nicht immer.
Vor etwa 10 Jahren gab es noch sehr unterschiedliche Auffassungen über das Ziel der Bejagung. Die „Bauernjäger“ wollten, dass im Forst mehr Sauen gestreckt werden. Der Forst hatte Probleme mit uns, da wir ein anderes Verständnis zur Rehwildbejagung hatten. (Der Begriff „Bauernjägern“ ist nicht abwertend gemeint, ich will nur damit die unterschiedlichen Probleme bei der Jagdausübung verdeutlichen, hier die Schwarzwildschäden in der Landwirtschaft und im Forst Verbissschäden) Es zeigte sich aber, daß wenn man gemeinsam darüber redet und sich die Argumente der Anderen anhört, darüber diskutiert, Wege sucht und findet, beide Parteien dann nur noch von der Zusammenarbeit profitieren. So kommt es, daß Forstbeamte bei Drückjagden auch im Privatwald und wir auch im Staatsforst ansitzen. Es werden im Forst mehr Sauen erlegt und wir „Bauernjäger“ scheuen uns nicht bei Jagden im Staatsforst auch Rehwild zu erlegen.
So gab es beispielsweise im Januar 2013 eine gemeinsame Jagd mit dem Nationalpark und drei angrenzenden Pächtern. Wegen des hohen Vorkommens von Schwarzwild wurde die Jagd eine Woche später noch einmal durchgeführt (insgesamt wurden über 30 Sauen erlegt, für unsere Gegend ein sehr gutes Ergebnis). Es werden jetzt vom Sachsenforst und auch vom Nationalpark die Termine der angesetzten Drückjagden im Hegering bekanntgegeben, so daß wer möchte sich anmelden kann. Und die Mitglieder des Hegeringes nutzen dieses Entgegenkommen. Die Jagdpächter orientieren sich an den Terminen und planen ihre Jagden entsprechend. Diese Jagd im Sebnitzer Wald war natürlich nicht die letzte gemeinsame Jagd mit dem Sachsenforst
bzw Nationalpark.

Weidmannsheil
J. Jentsch

Jagdverbandstag 2016

Jagdverbandstag 2016 – ein absoluter Höhepunkt

Vorweg: Mit der Teilnahme und den für die Entwicklung der Jagd wegweisenden Ausführungen des Präsidenten des Deutschen Jagdverbandes (DJV) Hartwig Fischer, welcher ein herzlich begrüßter und gern gesehener Gast des Verbandsjägertages „Sächsische Schweiz“ am 22.04.2016 war, wurde ein Höhepunkt einmaliger Art gesetzt – lang anhaltender Beifall! Ein Präsident mit und für die Jäger – so der einhellige Tenor der mehr als 120 Anwesenden. Weitere Gäste waren: MdL Jens Michel (CDU), die Leiter des Forstbezirkes Neustadt Herr Borrmeister und des Nationalparks Dr. Butter, die Vorsitzenden der JV Weißeritzkreis, Herr Hänel und Oberlausitz, Herr Eckert. Dank vorab dem Team „Erbgericht Polenz“ für die langjährige Unterstützung unserer Jäger, aber auch den Sponsoren des Verbandes, wie dem Autohaus Schulze in Pirna, der Heizungsfirma Richter in Polenz u. a. Der Fachvortrag „Zur Situation beim Schwarzwild“ durch Dr. Börner, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin erfüllte ganz die Erwartungen unserer Jäger. Karl-Heinz Böhme, Vorsitzender JV „Sächsische Schweiz“, analysierte die fach- und sachbezogene Arbeit im Verband und seinem Vorstand ebenso wie Forstbezirksleiter Borrmeister, der für den Bereich Neustadt und für den Nationalpark sprach, so zum dreijährigen Rotwild- Forschungsprojekt mit der TU Dresden und dem Staatsbetrieb Sachsenforst.

Der JV „Sächsische Schweiz“, mit 344 Mitgliedern zweitstärkster Verband im LJVSN hinter dem Weißeritzkreis mit 405 Mitgliedern sucht weiterhin ein enge Zusammenarbeit mit den JV Bautzen, Kamenz, Oberlausitz und NOL, so wie sie in der AG „Wolf“ bereits praktiziert wird. Aber auch die Verbindung mit dem Landesbauernverband muss enger werden. Alle JV stehen vor der Aufgabe einer Erhöhung der Mitgliedschaft im Verband sowie der Verbandsverjüngung. Von 1054 Jagdscheininhabern (Sächsische Schweiz und Weißeritzkreis) sind nur 749/ ca. 70% im Verband organisiert. Um diese Mitgliedschaft zu erhöhen, ist die Qualität der Führungsarbeit und die Wahrnehmung der Interessen der Jäger durch den LJVSN ein entscheidender Punkt. „Weidmannsdank“ an alle Jäger, für diese ansprechenden Ergebnisse der Wildbewirtschaftung, die auch für die Neozoen zutreffen.

Jagdhundewesen: Ebenso verbesserungswürdig, wie die Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit, des jagdlichen Brauchtums im Ergebnis des weiteren Zusammenwirkens aller Jäger im Verband.

Weidgenosse Röllig informierte die Jäger zur Arbeit der Hegeringe und zum Entwurf einer Arbeitsrichtlinie „Hegeringarbeit“. DJV Präsident Hartwig Fischer: Ein emotionaler, die vor uns stehenden Probleme ansprechender Vortrag mit vielen inhaltlichen Schwerpunkten, wie
• Forderung an die Politiker aller Ebenen, den Jägern zuzuhören und sachbezogene Entscheidungen zu treffen,
• Gespräche mit Transparenz führen,
• Abstimmung in allen Sachfragen mit den Verbandsmitgliedern, vor allem zu jenen Fragen, die für die Zukunft der Jagd entscheidend sind,
• Natur- und Umweltschutzarbeit, sowie Prädatorenbejagung erhöhen, Tierschutz ist nicht teilbar,
• Erhöhung des gesellschaftlichen Drucks zum Thema „Wolf“,
• Verbesserung der jagdlichen Nutzung der Jagdabgabe.

Äußerst wichtig, so der Präsident: Jagdrecht ist auch Hegepflicht. Es ist keine Beseitigungspflicht des Wildes durch die Jäger. Die Hegepflicht kann und darf nicht abgeschafft werden. Des weiteren Ablehnung der Einführung einer Waffensteuer sowie weitere Informationen zum Bundesjagdgesetz und seiner geplanten Novellierung in 2016. Ein sachlicher und begeisternder Vortrag mit eindeutigem Positionsbezug zur Jagd und zu den Jägern.

Auf dem Jagdverbandstag: Erstmalig die Einbeziehung des örtlichen Fernsehens zur Information für unsere Bevölkerung. In der Diskussion folgten Beiträge zur Bürgermeisterkonferenz des Landrates von Bautzen, Michael Harig (CDU) zum Thema Jagd und Wolf mit der Empfehlung, dies auch im Landkreis „Sächsische Schweiz“ zu tun, die vorbildliche Arbeit von Obleuten des Verbandes, wie die Wdg. Schulze, Kammerhoff, Dörre, Freitag, Handrick, Boden, Estel, von Schatzmeister Helass und seiner Gattin, wurden gewürdigt und erhielten eine hohe Anerkennung. Verdienstvolle Weidgenossen konnten für ihre 60 jährige Mitgliedschaft sowie mit weiteren Ehren- und Verdienstnadeln ausgezeichnet werden. Kritische Aussagen im Referat des Vorsitzenden verfolgen das Ziel, das der Jadgverband eine Bastion im Jagdwesen bleiben muss. Wir alle stehen im Fokus der Öffentlichkeit und haben eine vorbildliche Jagdausübung zu garantieren.

Die Geschlossenheit der Jägerschaft unter dem Dach des DJV ist Ausdruck ihrer Stärke. Die Jagdhornbläsergruppen „Zwischen Sandstein und Granit“ und „Die Polenztaler“ unterstützten den gelungenen Jagdverbandstag nachhaltig. Zur Erinnerung wurde dem Präsidenten Hartwig Fischer ein kleines Gastgeschenk „aus Sandstein und Granit, dem Gestein unserer Heimat“ übergeben. Im Gegenzug: Eine Dachschindel mit dem DJV Emblem als Zeichen des Dachverbandes erhielt der JV durch Präsident Fischer. Diese Schindel lässt kein Wasser auf die Jagd und das für die Jagd brennende Feuer in den Herzen unserer Jäger.

Prof. Dr. Dieter Rost